Vom 25. bis 28. Juni 2026 wurde der Elfrather See in Krefeld zum Zentrum des deutschen Nachwuchs-Rudersports. Zur Deutschen Jugendmeisterschaft U17, U19 und U23 traten über 1000 Athletinnen und Athleten aus Rudervereinen aus dem gesamten Bundesgebiet an – mit dem Ziel, sich einen Platz ganz oben auf dem Siegerpodest zu sichern. Vier Medaillen holten Sportlerinnen und Sportler des Crefelder Ruder-Clubs auf ihrer Heimstrecke. Mia Wegele war doppelt erfolgreich und sicherte sich als Steuerfrau des Männer-Vierers und des Männer-Achters jeweils Silber. Arne Lange holte Bronze im Leichtgewichts-Männer-Vierer und Jan Trupke gewann Bronze im Junioren- Einer.

Mia Wegele – Steuerfrau Männer-Achter / DRV

Mia Wegele – Steuerfrau Männer-Achter / DRV
Hochklassiger Rudersport trotz extremer Bedingungen
Mit den Deutschen Junioren- und Jahrgangsmeisterschaften in Krefeld ist eines der wichtigsten nationalen Saisonhighlights erfolgreich zu Ende gegangen. Trotz außergewöhnlich hoher Temperaturen und der kurzfristigen Verlegung der Meisterschaften präsentierten sich die Nachwuchsathletinnen und -athleten des Deutschen Ruderverbandes in starker Form. Für viele Boote ging es dabei nicht nur um nationale Titel, sondern gleichzeitig um die entscheidenden Empfehlungen für die Nominierung der Nationalmannschaften und die internationalen Saisonhöhepunkte.
Die extremen Wetterbedingungen stellten Athletinnen und Athleten, Trainerteams sowie Veranstalter vor besondere Herausforderungen. Um die Gesundheit aller Beteiligten zu schützen, wurde das Regattaprogramm angepasst. Bei den Vorausscheidungen wurde auf die Hoffnungsläufe und Bahnverteilungsrennen verzichtet und am Finaltag auf die Austragung der B-Finals. Die getroffenen Maßnahmen erwiesen sich als richtig: Medizinische Zwischenfälle blieben trotz der hohen Belastung die Ausnahme.
U19-Bundestrainer Paul Zander sprach den Organisatoren ein besonderes Lob aus: „Wir haben Meisterschaften erlebt, die kurzfristig verlegt werden mussten – bei extremen äußeren Bedingungen. Ich glaube, dass wir einen ganz großen Dank an den Essener Ruder-Regattaverein mit dem Team um André Ströttchen und Tobias Weysters aussprechen können. Unter schwierigen Bedingungen haben sie hervorragende Meisterschaften auf die Beine gestellt. Es wurden viele schwierige, aber genau richtige Entscheidungen im Sinne der Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler getroffen.“
Zuvor waren die Meisterschaften kurzfristig von Essen nach Krefeld verlegt worden, da auf Grund von Wasserpflanzenbewuchs ein Austragung auf dem Baldeneysee unmöglich war. Dem erfahrenen Krefelder Regatta-Team war es gelungen innerhalb weniger Tage die Meisterschaft taugliche Regattastrecke am Elfrather See aufzubauen. CRC-Vorstand Christoph Lüke war sichtlich zufrieden mit der Arbeit. „Wir haben ohne Vorwarnzeit unter höchstem Zeitdruck eine Regattastrecke von internationalem Niveau in den See gezaubert. Das ist auch Werbung für uns als Regattastandort.“ so Lüke.
Zwei Silber-Medaillen für Wegele
Auch wenn CRC-Steuerfrau Mia Wegele an diesem Wochenende die Gold-Medaille versagt blieb, konnte sie sich doch über zwei silbern glänzende Medaillen freuen. Schon vor der Deutschen Jahrgangsmeisterschaft stand Wegele als Steuerfrau für die U23-Weltmeisterschaften in diesem Jahr fest. Wegele hatte sich bei der internationalen Regatta in Ratzeburg und der anschließenden Mannschaftsbildung gegen die Konkurrentinnen durchgesetzt. „Insbesondere im Achter hätten wir natürlich gerne Gold geholt. Schon in der Vorbereitung lief der Achter aber nicht ganz rund. Ich rechne damit, dass der Bundestrainer zur WM noch Anpassungen vornimmt.“ Die U23-Weltmeisterschaft ist in diesem Jahr für die deutsche Mannschaft ein Heimspiel. Sie findet vom 23. bis 26. Juli in Duisburg auf der Wedau-Regattastrecke statt.

Arne Lange (li) Bronze LG SM 4-

Jan Trupke (re) Bronze JM 1x B
Bronze für Trupke und Lange
Für eine faustdicke Überraschung sorgte CRC-Nachwuchsruderer Jan Trupke mit dem dritten Platz im Einer der U17-Altersklasse. Trupke war gerade am Wochenende vor der Meisterschaft von einem Auslandsjahr in Neuseeland zurückgekehrt. Entsprechend musste er sich zunächst an das Boot und Material gewöhnen. Hinzu kamen Zeitverschiebung und die extremen Temperaturen – In Neuseeland beginnt schließlich gerade der Winter. CRC-Cheftrainer Markus Wöstemeyer zeigte sich sehr zufrieden. „Jan hat die Situation sehr professionell gemanagt. Schon bevor Jan im letzten Jahr rüber gegangen ist, hatten wir den Start im Einer bei dieser Meisterschaft vorgesehen. Das war ein langfristiger Plan. Glücklicherweise ist auch Jans Trainer aus Neuseeland mit rüber gekommen für die Tage der Meisterschaftsrennen, so dass auch die Erkenntnisse des Trainings mit in die Rennvorbereitung einfließen konnten.“ so Wöstemeyer. Im größten Meldefeld dieser Jahrgangsmeisterschaft mit insgesamt 26 Einern, war der Modus besonders selektiv. Bereits im Vorlauf hieß es hop oder top. Ohne die sonst üblichen Hoffnungsläufe als zweite Chance gab es nur die Direktqualifikation für das Halbfinale oder das direkte Ausscheiden nach dem ersten Rennen. Ebenso im Halbfinale – entweder Qualifikation für das A-Finale oder raus. Somit war jedes Rennen eine KO-Runde. Trupke behielt aber immer die Nerven, ließ nie etwas anbrennen und qualifizierte sich souverän. Für das Finale selbst hatte er sich sein bestes Rennen noch aufgehoben. Nach kräftesparendem Start eroberte er sich im Mitteldrittel der 1500m langen Strecke die Bronze-Position, verteidigte diese bis ins Ziel und konnte sie sogar noch ausbauen. Auch einen spontanen zweiten Start hatte Trupke noch bei dieser Meisterschaft. Er konnte noch einen NRW-Achter verstärken für den es am Ende für Platz fünf reichte.
Im Leichtgewichts-Männer- Vierer holte sich CRC-Ruderer Arne Lange mit Bronze seine nächste Meisterschaftsmedaille, nachdem er im Vorjahr in Köln bereits Bronze im Leichtgewichts-Achter holen konnte. In einem extrem spannenden Rennen lagen in der Startphase zunächst alle Boote gleich auf, bevor sich die beiden späteren Gold- und Silbermedaillengewinner nach 500m etwas vom Rest des Feldes absetzen konnten. In der Folge bildeten sich ein Zweikampf um Gold und ein Zweikampf um Bronze heraus. Bereits zur Streckenhälfte hatte sich die Crew um Arne Lange einen kleinen Vorteil gegenüber dem ärgsten Konkurrenten um eine Medaille – dem Boot aus Baden-Württemberg und Bayern – herausgerudert. Bis 500m vor dem Ziel waren es die Zweikämpfe um Gold und Bronze, die dem Rennen ihren Stempel aufdrückten. In der Endspurtphase konnte das Boot aus dem Süden der Republik schließlich nicht mehr zulegen. So gab es am Ende die ungefährdete Medaille für Lange.
CRC-Cheftrainer: große Aufgaben vor uns
„Wir sind sehr stolz auf die WM-Qualifikation von Mia und die vier Medaillen, die wir geholt haben. Insgesamt haben wir ein schwieriges Jahr hinter uns. Da ist es ermutigend am Ende mit den Medaillen und weiteren guten Final-Leistungen belohnt zu werden. Dennoch wird es mit Blick in die Zukunft eine große Aufgabe bleiben Jugendliche für den Leistungssport zu motivieren, um auch in den kommenden Jahren Podestplatzierungen bei Deutschen Meisterschaften und internationale Qualifikationen feiern zu können.“ resümierte CRC-Cheftrainer Markus Wöstemeyer das Abschneiden seiner Mannschaften bei der diesjährigen DJM auf der Heimstrecke am Elfrather See in Krefeld.
Wiedersehen in Krefeld
Nach der Meisterschaft ist vor der Meisterschaft lautet das Motto in diesem Jahr. Nach der kurzfristigen Verlegung der Nachwuchsmeisterschaften auf den Elfrather See steht jetzt noch die Deutsche Meisterschaft in der offenen Altersklasse auf dem Regattakalender. Diese findet in diesem Jahr ebenfalls auf dem Elfrather See in Krefeld statt. Vom 11. bis 12. Juli gibt es hochklassigen Rudersport mit Finals am Samstag- und Sonntagnachmittag zu sehen.
Markus Wöstemeyer
(Crefelder Ruder-Club 1883)

